Archiv zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

 

 

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Urteile
 

Das AGG-Archiv sammelt Gerichtsurteile und Materialien zum Themenkreis "611 a-Hopping"/"AGG-Hopping". Einschlägige Dokumente bitten wir per Post, Fax oder E-Mail an uns zu schicken.

Aktuell sind dem AGG-Archiv folgende Gerichtsentscheidungen bekannt:

  • Arbeitsgericht Köln vom 13. Juni 1996, 14 Ca 7934/95: Entschädigungsklage eines Studenten, der sich auf alle sieben Stellen derselben Zeitungsausgabe beworben hatte, die nur für Frauen ausgeschrieben worden waren;
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  • Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz vom 16. August 1996, 4 Ta 162/96: Widerruf der Prozesskostenhilfe für einen Studenten und BaFöG-Bezieher, der mehrere hundert Bewerbungsschreiben auf weibliche Stellenausschreibungen verschickt und dabei auf bisherige Berufserfahrungen als Grillverkäufer und Pizzafabrikarbeiter verwiesen hatte;
      

  • Landesarbeitsgericht Hamm vom 22. November 1996, 10 Sa 1069/96: Entschädigungsklage eines Industriekaufmanns in ungekündigter Stellung, der sich mit einer Kurzbewerbung (ohne aussagekräftige Bewerbungsunterlagen) auf eine Stelle als "Sekretärin" mit 50 % niedrigerer Vergütung beworben hatte;
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  • Bundesarbeitsgericht vom 12. November 1998, 8 AZR 365/97: Entschädigungsklage eines Rechtsreferendars mit Wahlfach "Arbeitsrecht" nach Kurzbewerbung (ohne jegliche Bewerbungsunterlagen) auf die Stelle als (Frauen-) Gleichstellungsbeauftragte einer Gemeinde.
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  • Arbeitsgericht Hannover vom 25. Juni 1999, 11 Ca 518/98: Entschädigungsklage eines Personalfachkaufmanns IHK ohne Fremdsprachen- und PC-Kenntnisse auf eine Stelle als "Assistentin des Personalleiters" mit geforderten guten englischen Sprachkenntnissen und Beherrschung von MS/Office;
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  • Landesarbeitsgericht Berlin vom 14. Juli 2004, 15 Sa 417/04: Entschädigungsklage eines/einer Transsexuellen, der/die parallel in 21 weiteren Rechtsstreiten vor Berliner Arbeitsgerichten Entschädigung wegen geschlechtsbezogener Diskriminierung bei Bewerbungen geltend gemacht hatte. Der/die Kläger/in war Volljurist/in und hatte sich auf Stellen als "Sekretärin" beworben;
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  • Arbeitsgericht Düsseldorf vom 3. Mai 2005, 5 Ca 7937/04: Entschädigungsklage eines Versicherungskaufmanns, der sich auf eine Stelle als "Kaufmännische Mitarbeiterin" sowie auf Dutzende anderer Stellenanzeigen für klassischerweise von Frauen ausgeübte Tätigkeiten beworben hatte und parallel sieben andere Gerichtsverfahren wegen Diskriminierung betrieb;
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  • Arbeitsgericht Fulda vom 10. Mai 2005, 1 Ca 530/04: Entschädigungsklage eines 31-jährigen Bürokaufmanns mit nach fünf Semestern abgebrochenem Fachhochschulstudium der Betriebswirtschaftslehre, der sich auf eine Stelle als „junge Vertriebsassistentin (Sekretariatsaufgaben)“ in einem über 100 km entfernten Ort bei einem monatlichen Bruttogehalt von EUR 1.000 bewirbt;
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  • Landesarbeitsgericht Niedersachsen vom 4. Juli 2005, 12 Sa 1244/05: Entschädigungsklage eines Hochschulabsolventen, der sich auf eine Stelle als „Personaldisponentin“ beworben hatte, für die als Qualifikation lediglich „abgeschlossene Berufsausbildung“ gefordert war;
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  • Arbeitsgericht Potsdam vom 13. Juli 2005, 8 Ca 1150/05: Entschädigungsklage des Syndikusanwalts eines Wirtschaftsverbands mit EUR 5.400 Monatsgehalt, der sich auf eine Stelle als "Rechtsanwältin/Berufsanfängerin" mit EUR 2.500 monatlich beworben hatte;
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  • Arbeitsgericht Kiel vom 9. Februar 2006, 5 Ca 1995 d/05: Entschädigungsklage eines Schwerbehinderten, der in seiner Bewerbung auffällig auf seine Schwerbehinderung hingewiesen hatte, obwohl es sich um eine leichte  Gehbehinderung handelte, die für die Stelle irrelevant war;
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  • Landesarbeitsgericht Berlin vom 30. März 2006, 10 Sa 2395/05: Entschädigungsklage eines 49-jährigen Diplom-Soziologen ohne Fremdsprachenkenntnisse, der sich auf eine Position als "Chefsekretärin/Assistentin" beworben hatte, die laut Stellenanzeige sehr gute Englisch- und Französischkenntnisse voraussetzte;
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  • Arbeitsgericht Celle vom 20. Juni 2007, 2 Ca 35/07: Mehrfache Bewerbung auf Stellenangebote mit Altersbeschränkungen im gesamten Bundesgebiet;
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  • Arbeitsgericht Frankfurt vom 17.  Dezember 2007, 17 Ca 3529/07: Abweisung der Entschädigungsklage über EUR 11.500,00 einer 42 Jahre alten Büroangestellten, die sich auf eine Stellenanzeige als Außendienstmitarbeiter mit der Altersangabe „25-35 Jahre“ beworben hatte. Die Bewerbung bestand aus einer per Einschreiben zugeschickten „Kurzbewerbung“ ohne Anlagen. Eine Woche nach Übersendung hatte die Klägerin unter Fristsetzung eine rasche Entscheidung über ihre Bewerbung angemahnt und bereits zwei Tage nach Fristablauf eine außergerichtliche Vergleichszahlung von EUR 5.800,00 gefordert.
    (vgl. auch Landesarbeitsgericht Hamm vom 26. Juni 2008, 15 Sa 63/08).
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  • Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz vom 11. Januar 2008, 6 Sa 522/07: Entschädigungsklage eines Krankenpflegers mit EUR 2.400 Monatsgehalt, der sich auf eine Stelle als Arzthelferin mit EUR 1.300 Monatsgehalt beworben hatte;
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  • Arbeitsgericht München vom 13. Februar 2008, 19a Ca 10393/07: Entschädigungsklage eines Pädagogik-Studium-Abbrechers, der sich auf eine Stelle als „Pressereferent“ mit einer E-Mail ohne die in der Stellenanzeige verlangten Zeugnisse und Gehaltsvorstellungen beworben hatte und parallel neun andere Gerichtsverfahren wegen Diskriminierung betrieb;
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  • Arbeitsgericht Hamburg vom 18. März 2008, 21 Ca 511/07: Entschädigungsklage eines Groß- und Außenhandelskaufmanns mit Schreibmaschinenkenntnissen, der sich auf eine Stelle als „Sekretärin“ beworben hatte und parallel diverse andere Entschädigungsverfahren wegen Diskriminierung allein beim Arbeitsgericht Hamburg betrieb;
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  • Arbeitsgericht Pforzheim vom 13. Mai 2008, 5 Ca 512/07: Versagung von Prozesskostenhilfe für einen Berufspädagogen, der sich auf eine Stelle als Amtsleiter für das Schul-/Kultur- und Sportamt beworben hatte und bereits mit 13 Diskriminierungsverfahren im AGG-Archiv registriert war sowie daneben noch ein weiteres Entschädigungsverfahren wegen Diskriminierung beim Arbeitsgericht Pforzheim betrieb;
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  • Arbeitsgericht Kiel vom 5. Juni 2008, 5 Ca 453 b/08: Entschädigungsklage eines 42-jährigen Groß- und Außenhandelskaufmanns, der sich auf eine Stelle als „jüngerer Buchhalter“ beworben hatte und bereits mit 24 Diskriminierungsverfahren im AGG-Archiv registriert war, sich nach eigenen Angaben insgesamt 115mal auf Stellenanzeigen mit diskriminierenden Einschränkungen (Geschlecht oder Alter) beworben hatte und parallel noch zwei Entschädigungsverfahren vor den Arbeitsgerichten Hamburg und Lüneburg mit identischen Klageschriften betrieb. Die Berufung des Klägers gegen das klageabweisende Urteil des Arbeitsgerichts Kiel wurde vom Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein am 9. Dezember 2008 zurückgewiesen (siehe unten).
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  • Landesarbeitsgericht Düsseldorf vom 9. Juni 2008, 14 Sa 1473/07: Abweisung der Entschädigungsklage eines Rechtsanwalts, der sich bundesweit auf Stellenanzeigen als „Rechtsanwältin“ bzw. „Sekretärin in Anwaltskanzleien“ beworben und jeweils widersprechende Angaben zu seinen angeblichen regionalen Veränderungswünschen gemacht hatte.
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  • Landesarbeitsgericht Hamm vom 26. Juni 2008, 15 Sa 63/08: Abweisung der Entschädigungsklage einer 41 Jahre alten Büroangestellten, die sich auf Stellen als Büromitarbeiter bzw. Fahrer mit der Altersangabe „bis 35 Jahre“ beworben hatte. Die Bewerbungen bestanden aus per Einschreiben zugeschickten „Kurzbewerbungen“ ohne Anlagen, jeweils eine Woche nach Übersendung hatte die Klägerin unter Fristsetzung eine rasche Entscheidung über ihre Bewerbung angemahnt. Im Prozess hatte die Klägerin der Behauptung des beklagten Arbeitgebers, sie bewerbe sich ausschließlich auf Stellenanzeigen mit altersdiskriminierenden Zusätzen, nicht widersprochen.
    (vgl. auch Arbeitsgericht Frankfurt vom 17. Dezember 2007, 17 Ca 3529/07)
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  • Arbeitsgericht Frankfurt am Main vom 9. Juli 2008, 2 Ca 198/08: Entschädigungsklage eines Schwerbehinderten, der sich auf eine Stelle als kaufmännischer Mitarbeiter beworben hatte und mit nahezu identischen Klageschriften parallel neun weitere Entschädigungsverfahren wegen Diskriminierung allein beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main betrieb sowie drei weitere bei anderen hessischen Gerichten.
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  • Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven vom 31. Juli 2008, 10 Ca 10149/08: Abweisung der Entschädigungsklage eines Groß- und Außenhandelskaufmanns, der sich auf eine Stellenanzeige als „erfahrene Bürokauffrau“ beworben hatte und zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung neun weitere Entschädigungsklagen vor dem Arbeitsgericht Bremerhaven und zahlreiche weiteren Entschädigungsklagen vor den Arbeitsgerichten Stade, Elmshorn, Hamburg, Verden, Kiel und Lüneburg betrieb.
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  • Arbeitsgericht Nürnberg vom 4. Dezember 2008, 15 Ca 3910/08: Abweisung der Entschädigungsklage eines studierten Betriebswirts, der sich mit unvollständigen Unterlagen und überzogenen Gehaltsvorstellungen auf Stellen als "Sekretärin" und "Modeberaterin" beworben hatte.
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  • Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein vom 9. Dezember 2008, 5 Sa 286/08: Zurückweisung der Berufung des Klägers gegen das klageabweisende Urteil des Arbeitsgerichts Kiel vom 5. Juni 2008, 5 Ca 453 b/08 (siehe dort).
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  • Arbeitsgericht Celle vom 30. Dezember 2008, 2 Ca 195/08: Zurückweisung der Entschädigungsklage eines im Ausland lebenden und nur über Postfach erreichbaren ehemaligen Textil-Handlungsreisenden und Geschäftsführers einer kleinen Unternehmensberatungsgesellschaft, der sich bei einem Garagenbetreiber auf eine Stelle als „Bürokauffrau/Ganztagskraft für allgemeine Büro- und Verwaltungstätigkeiten“ beworben hatte.
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  • Landesarbeitsgericht Hamburg vom 12. Januar 2009, 3 Ta 26/08: Zurückweisung des Antrags auf Prozesskostenhilfe für eine Entschädigungsklage. Der Kläger hatte sich ohne erkennbaren Bezug zur konkreten Stelle und mit wenig aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen beworben. Parallel führte er mindestens 25 weitere Entschädigungsverfahren, wobei sich allein in den dem Gericht bekannten Verfahren die geltend gemachten Entschädigungsforderungen auf insgesamt EUR 145.500 summierten.
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  • Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein vom 29. Januar 2009, 4 Sa 346/08: Zurückweisung der Berufung eines 42-jährigen Entschädigungsklägers, der sich mit offensichtlich standardisierten Schreiben auf eine Stelle als "junger, dynamischer" Autoverkäufer beworben hatte und zunächst auf Schadenersatz/Entschädigung von EUR 99.974,95 geklagt, dann aber die Klage auf EUR 3.750 reduziert hatte. Der Kläger war im AGG-Archiv mit 103 Fällen registriert. (vgl. auch LAG Schleswig-Holstein vom 9. Dezember 2008).
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  • Arbeitsgericht Stuttgart vom 11. März 2009, 14 Ca 7802/08: Abweisung der Klage eines schwerbehinderten Volljuristen, der sich auf eine Stelle als Leiter eines städtischen Ordnungsamts beworben hatte. Der Kläger hat betriebsparallel 14 weitere Entschädigungsklagen betreffend fachlich und örtlich weit gestreute Stellen.
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